Mittwoch, 21. November 2007

Die erste Woche...

... bin ich jetzt in Tansania und auch bei Agape, dem mehr als christlichen Fernsehsender Tansanias, und noch immer bin ich ein auf der einen Seite ganz begeistert von den neuen Eindruecken, die ich hier erlebe. Auf der anderen Seite sind auch viele Dinge aehnlich zu den kambodschanischen Eindruecken. Gerade das Arbeiten beim Sender, ist mit dem zu Beginn des Jahres vergleichbar. Einzig das taegliche morgendliche Gebet ist neu. Und das ist dann wohl auch einer der Gruende, weshalb ich hier nicht laengerfristig arbeiten wollen wuerde. Besonders die sonntaglichen Wunderheilungen im amerikanischen Stil nerven mich sehr, denn sie entsprechen dann schon ein wenig dem Problem, mit dem ich mich auch daheim herumaergern musste, der Verdummung der Massen.
Ich habe mich daher anderen Aufgaben im Sender gewidmet, betreue nun (in medialer Art) das Fundraisingprojekt fuer das Waisenhaus und das Krankenhaus im Innland, was meines Erachtens nach mehr (fuer das Gemeinwohl) bringt, als Gebetssendungen zu filmen oder religioese Heilsversprechen zu machen. Ach, ich weiss auch nicht. Im Zweifel rechtfertige ichs auf Leni Riefenstahlmanier...
Ansonsten geht es mir ganz gut. Die wenigen Dinge, die ich neben der Arbeit erlebe, sind trotz "Tropenerfahrungen" spannend, weshalb ich glaube, dass die drei Monate sicher wie im Fluge vergehen werden. Auch ist man hier aehnlich wie in Kambodscha bemueht, mir das Eingewoehnen leicht zu machen. Besonders das Kiswahili laesst sich sehr gut dank der unerschuetterlichen Hilfestellungen der Leute hier erlernen.
Und dann sind da auch noch die Dala Dala fahrten, die zwar nichts im Vergleich zu Ueberland Fahrten Kambodschas sind, doch immer fuer Ueberraschungen und interessante Leute gut sind.
Die Arbeitskollegen hier sind im Ueberigen auch ebenso freundlich wie aus diesen Breitengraden gewohnt. Ich wohne bei einer "Kollegin", die sich wie alle hier sehr um mich kuemmert, bis ich eine eigene Wohnung gefunden habe. Das gestaltet sich allerdings schwieriger, da mir immer wieder Leute von den Orten abraten. Was von all den Raub, Mord und Totschlagsversionen stimmt, ob die Agape Leute nun um mein Geistiges und Koerperliches Wohlergehen besorgt sind, oder einfach nur wollen, dass ich weiterhin bei "Ihnen" lebe, kann ich nicht sagen.
Vermutlich werde ich einfach abwarten und wieder sonderbare Erfahrungen machen muessen.
Bislang bereuhe ich es jedenfalls ueberhaupt nicht, hier zu sein, denn so ganz ist es eben doch nicht wie Kambodscha.
Aber gut, dazu beim naechsten Mal mehr, ich muss schluss machen.
Einen gruss an alle Mzungus daheim!
Karibu tena,
Tobi

Freitag, 9. November 2007

Karibu sana !?

Oh nein, jetzt passiert hier, was auch in Kambodscha passierte.Dieses daemliche Internet hat meinen Text vernichtet...Naja, davon abgesehen geht es mir ganz gut hier. Bin gesund und munter in Dar angekommen und wurde auch noch nicht ausgeraubt. Allerdings habe ich neben wunderbaren Momenten und Gespraechen mit den Einheimischen (die wesentlich besser englische koennen als in Phnom Penh) auch schon negative Erfahrungen gemacht.
Beispielsweise war mir nicht klar, wie krass die eigene "Illegalitaet" der Polizei hier ist. Gerade erst passierte es mir, dass mich auf der Strasse einer der Dealer (von hunderten) fragte, ob ich nicht seine Drogen kaufen wolle. "Okay", dachte ich mir, "vor der Illegalitaet von Drogen wurde ausgiebig gewarnt." Was ich jedoch nicht wusste ist, dass selbst das "Nichtkaufen" Probleme machen kann. Sonderbarer weise kam naemlich gerade in diesem Moment (so ein Zufall !) ein Polizist entlang, der mich selbst fuer das 'in der Naehe sein' des Drogendealers einbuchten wollte, wenn ich ihm (und tatsaechlich ihm und nicht der Polizei ;-) nicht zweitausend Dollar geben wuerde. Angeblich sei auch das "being close to a dealer" strafbar... Boing! Gut zu wissen, dass man also auch nur beim ersten Anzeichen von Illegalem schleunigst verschwinden sollte!Gluecklicherweise war ich noch aus Kambodscha gewohnt, nur ein paar Dollar in der Tasche und keine Kreditkarten bei mir zu haben, der gute Polizist war aeusserst gruendlich, so konnte ich ihm erklaeren, dass ich umsonst bei Agape arbeiten wuerde und diese fuer meine Kosten aufkaehmen. Nach einigem hin und her lies er mich mit einer "Verwarnung" gehen - fuer eine Hand voll Dollar...
Aber davon abgesehen geht es mir hier sehr gut, Dar scheint mir beinahe eine weitere kambodschanische Provinz zu sein, waeren die Menschen nur ganz offensichtlich keine Kambodschaner.Die Leute von Agape traf ich gestern bei meiner Ankunft bereits, werde morgen aber wohl offiziell dort anfangen. Ich kann also noch nicht viel zu meiner Arbeit hier sagen, mehr dazu beim naechsten Mal.In diesem Sinne macht es also gut daheim.
Gruesse in die Ferne, Tobi

Montag, 5. November 2007

Auf ein neues!

Wer hätte noch vor einem Jahr gedacht, ich würde so bald nach Kambodscha, Vietnam und dann auch noch Ostafrika kommen? Und auch wenn ich meinen Reiseführer gelesen, die Sprache ein wenig gelernt und hoffendlich alle Impfungen bekommen habe, so überkommt mich dennoch mal wieder ein seltsames Gefühl der Unsicherheit und des schmerzlichen Abschieds.
Ich hoffe mal, das mag nur an all euren schaurigen Geschichten liegen, die ihr mir erzählt habt.
Dabei gilt Tansania als eines der sichersten Länder Afrikas. Also beklagen wir uns mal nicht, bevor mir nicht wenigstens das erste mal mein Reisepass geklaut worden ist! Die Wettbüros sind geöffnet. ;-)
Und dann ist da auch wieder der Gedanke, alle Leute hier zurück zu lassen. Geplant sind 12 Wochen, vielleicht ein paar mehr. Wie schlimm kann das da schon werden? Und damit ihr mich nicht zusehr vermisst, habe ich ja mal wieder einen hübschen Blog eingerichtet. Vielleicht schreibt ihr mir auch alle mal eure Adressen (hier?) auf, damit ich versuchen kann, die eine oder andere Postkarte zu versenden. An mein Emailkonto lieber nicht zu viel senden, sonst quillt mein Postfach wieder über. (Angesprochene Personen wissen, wer gemeint ist!)
Ich hoffe, das Postbüro in Dar wird ein wenig zuverlässiger sein, als jener wilder Postkasten Phnom Penhs...
Nun heißt es aber Koffer packen und ins Flugzeug schwingen. Drei Monate sind ja bekanntlich sehr schnell um, besonders, wenn man sich das Land anschauen möchte. Bleibt nur zu hoffen, dass die Arbeit nicht ebenso unbefriedigend ausfallen wird wie zuvor. Aber auch das hatte ja den Nutzen, mehr Zeit für Land und Leute zu haben.
Ihr werdet es ja lesen können.
Bis bald,
Tobi