Dienstag, 18. Dezember 2007

Mehr Fotos

Die Maasai sind irgendwie ueberall vertreten und fallen durch ihre traditionelle Kleidung dann doch etwas auf.

Und kleine Kinder gibts hier irgendwie auch sehr viele. Ich sag ja, es ist irgendwie wie in Kambodscha...

Noch ein paar Eindruecke vom Markt in Sansibar Town.






So, das wars erst einmal von Sansibar. Einen kleinen Eindruck habt ihr jetzt jedenfalls bekommen.

Fotos

Da ich dann doch etwas laenger in Sansibar bleibe und mich ohnehin jeder nach Bildern fragt, will ich mal ein paar posten. Hier ist also die beruehmt beruechtigte Insel Sansibar, die mir irgendwie mehr und mehr wie eine Mischung aus Venedig und Palestina vorkommt.


Mit der Faehre gehts in etwas mehr als zwei Stunden auf die Insel.
Das Gedraenge ist hier ebenso gross, wie bei den oeffentlichen Bussen, jedoch kein Vergleich zu Kambodscha. ;-)


Die Insel selbst ist eine kleine muslimische Perle, die sehr schoene Ecken hat. Das hier ist vor meinem Guesthouse.


Ah, und wer mir nicht glaubt, hat hier ein Bild von mir am Ozean.



Mike ist ein ueberaus weltoffener Pastor aus dem Kongo, der mit der Zeit einer meiner engsten Freunde hier geworden ist.
Er begleitet mich ein wenig durch das Land.

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Rundreise Teil 1

Wie geplant gehts nun also auf Safari durch Afrika. Erstes Ziel war gestern Bagamoyo, eine alte Sklavenstadt, die besonders fuer Deutsche Touristen interessant sein koennte. Dennoch, streng nach dem Grundsatz, klein anzufangen, war nicht allzu viel zu sehen dort.
Aehnlich dem kambodschanischen Prinzip wird auch hier versucht, schnelles Geld mit horenden Preisen zu machen und vergisst darueber, Restaurierungen durchzufuehren oder den ueberall verrottenden Muell einzusammeln.
Die Stadt selber war dann auch nicht so interessant, wie im Reisefuehrer stand. Lediglich als Deutscher, die Grabsteine entziffern zu koennen war ein netter Bonus. Und dass man mir dann deutsche Muenzen verkaufen wollte, war auch recht unterhaltsam. Als wenn ich davon nicht genuegend daheim haette ;-)
An den Hafen, auf dem die Sklaven "verschifft" wurden, erinnert jedoch nur noch der Name der Stadt, der "leg Dein Herz nieder" bedeutet. Das war wohl auch das einzige, was die Sklaven damals noch an diesem Ort zurueck lassen konnten, als sie mit den Schiffen westwaerts verschleppt wurden.
Nun denn, morgen gehts nach Sansibar, ein paar Freunde besuchen. (Dass ich mal Freunde auf Sansibar haeben wueder...) Und vielleicht werde ich auch mal ein paar Fotos posten. Aber mehr beim naechsten Post.
So long,
Tobi

Montag, 3. Dezember 2007

Von anderen Welten

Da sieht man mal wieder, wie verschieden diese Kulturkreise dann doch sind. Auch wenn im Alltagsleben fast alles wie daheim scheint, musste ich bei der Predigt am Samstag feststellen, dass es beim besten Willen nicht meine Welt ist.
Die letzte Woche war bei Agape die "Endtime Financies" Fundraisingwoche weshalb jeden Abend eine stundenlange QVC-Werbeaktion fuer die Erloesung lief.
Doch je mehr ich mich mit den Leuten verstehe, Bekanntschaften und Freundschaften schliesse und mich allmaehlich einlebe, um so mehr komme ich mit dem Ueberangebot an Magie, Hexerei, Daemonen und Erloesungsverkaeufen nicht klar. Gerade diesen Samstag (hey, das war Welt-Aidstag!) war die Message:"Wer dem Herrn uneingeschraenkt gehorcht (und Geld an Agape zahlt) wird von allen Suenden und Problemem befreit." "There is a cure for HIV and cancer... Donate 100 Dollars - NOW!!!" (bei 300$ Jahreseinkommen ein ganzer Haufen. - Und die Leute zahlen. Ich habe die Listen gesehen!)
Und je mehr Leute ich frage, ob sie daran glauben, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass der Glaube an Magie und goettliche Erloesung in diesem Land (Kontinent?) tatsaechlich ein essentieller Bestandteil des Lebens ist und tief in (je)der afrikanischen Kultur verwurzelt ist. Es waere also auch nicht ganz gerecht, nun Agape die Schuld fuer diese Nachlaessigkeit zu geben.
Jedoch haette ich ein wenig mehr Modernitaet von den Seniorpastoren, die angeblich in USA und Kanada studierten, erwartet. Schliesslich macht sich hier "angeblich" kaum einer wirklich Sorgen um solche Belange. Die paar millionen HIV Infizierten sind wohl alles keine aufrichtigen Christen. Ach Gott!

Nun, jedenfalls habe ich mich entschlossen zu kuendigen. Die Finanzierung des Waisenhauses war eine gute Sache, doch Geld gegen Wunderheilung ist ebenso wenig mein Ding wie die heroisierung des Sektenfuehrers. Ich werde morgen noch einmal zur Arbeit gehen, meine Angelegenheiten klaeren, aber dann wird wohl - etwas frueher als erwartet - der zweite Teil meines Aufenthaltes beginnen: die Rundreise.
Gerade heute habe ich ein Guesthouse gefunden, in dem ich guenstig wohnen kann. Schliesslich brauche ich keine grosse Wohnung und ich will kaum daheim sein.

Der Regen ist ueberigends vorueber gegangen. Das ist auch ganz gut so, denn die Gegend, in der ich lebe heisst "Samaki", was so viel wie Fisch bedeutet. Ich vermute ja, das kommt weniger von dem Fischmarkt nebenan, als von der Tatsache, dass bei Regen zur Arbeit geschwommen werden muss.

Wohin es nun aber genau geht, kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich erst einmal die Umgebung von Dar erkunden. Bagamoyo soll ganz nett sein - behauptet mein Reisefuehrer. So gewoehne ich mich etwas ein und vielleicht gibts dann ein paar Fotos. Bisher habe ich ja nur den Sender gesehen...

Ich hoffe, das naechste Mal gibt es mehr zu berichten.
So long,
Tobi

Mittwoch, 21. November 2007

Die erste Woche...

... bin ich jetzt in Tansania und auch bei Agape, dem mehr als christlichen Fernsehsender Tansanias, und noch immer bin ich ein auf der einen Seite ganz begeistert von den neuen Eindruecken, die ich hier erlebe. Auf der anderen Seite sind auch viele Dinge aehnlich zu den kambodschanischen Eindruecken. Gerade das Arbeiten beim Sender, ist mit dem zu Beginn des Jahres vergleichbar. Einzig das taegliche morgendliche Gebet ist neu. Und das ist dann wohl auch einer der Gruende, weshalb ich hier nicht laengerfristig arbeiten wollen wuerde. Besonders die sonntaglichen Wunderheilungen im amerikanischen Stil nerven mich sehr, denn sie entsprechen dann schon ein wenig dem Problem, mit dem ich mich auch daheim herumaergern musste, der Verdummung der Massen.
Ich habe mich daher anderen Aufgaben im Sender gewidmet, betreue nun (in medialer Art) das Fundraisingprojekt fuer das Waisenhaus und das Krankenhaus im Innland, was meines Erachtens nach mehr (fuer das Gemeinwohl) bringt, als Gebetssendungen zu filmen oder religioese Heilsversprechen zu machen. Ach, ich weiss auch nicht. Im Zweifel rechtfertige ichs auf Leni Riefenstahlmanier...
Ansonsten geht es mir ganz gut. Die wenigen Dinge, die ich neben der Arbeit erlebe, sind trotz "Tropenerfahrungen" spannend, weshalb ich glaube, dass die drei Monate sicher wie im Fluge vergehen werden. Auch ist man hier aehnlich wie in Kambodscha bemueht, mir das Eingewoehnen leicht zu machen. Besonders das Kiswahili laesst sich sehr gut dank der unerschuetterlichen Hilfestellungen der Leute hier erlernen.
Und dann sind da auch noch die Dala Dala fahrten, die zwar nichts im Vergleich zu Ueberland Fahrten Kambodschas sind, doch immer fuer Ueberraschungen und interessante Leute gut sind.
Die Arbeitskollegen hier sind im Ueberigen auch ebenso freundlich wie aus diesen Breitengraden gewohnt. Ich wohne bei einer "Kollegin", die sich wie alle hier sehr um mich kuemmert, bis ich eine eigene Wohnung gefunden habe. Das gestaltet sich allerdings schwieriger, da mir immer wieder Leute von den Orten abraten. Was von all den Raub, Mord und Totschlagsversionen stimmt, ob die Agape Leute nun um mein Geistiges und Koerperliches Wohlergehen besorgt sind, oder einfach nur wollen, dass ich weiterhin bei "Ihnen" lebe, kann ich nicht sagen.
Vermutlich werde ich einfach abwarten und wieder sonderbare Erfahrungen machen muessen.
Bislang bereuhe ich es jedenfalls ueberhaupt nicht, hier zu sein, denn so ganz ist es eben doch nicht wie Kambodscha.
Aber gut, dazu beim naechsten Mal mehr, ich muss schluss machen.
Einen gruss an alle Mzungus daheim!
Karibu tena,
Tobi

Freitag, 9. November 2007

Karibu sana !?

Oh nein, jetzt passiert hier, was auch in Kambodscha passierte.Dieses daemliche Internet hat meinen Text vernichtet...Naja, davon abgesehen geht es mir ganz gut hier. Bin gesund und munter in Dar angekommen und wurde auch noch nicht ausgeraubt. Allerdings habe ich neben wunderbaren Momenten und Gespraechen mit den Einheimischen (die wesentlich besser englische koennen als in Phnom Penh) auch schon negative Erfahrungen gemacht.
Beispielsweise war mir nicht klar, wie krass die eigene "Illegalitaet" der Polizei hier ist. Gerade erst passierte es mir, dass mich auf der Strasse einer der Dealer (von hunderten) fragte, ob ich nicht seine Drogen kaufen wolle. "Okay", dachte ich mir, "vor der Illegalitaet von Drogen wurde ausgiebig gewarnt." Was ich jedoch nicht wusste ist, dass selbst das "Nichtkaufen" Probleme machen kann. Sonderbarer weise kam naemlich gerade in diesem Moment (so ein Zufall !) ein Polizist entlang, der mich selbst fuer das 'in der Naehe sein' des Drogendealers einbuchten wollte, wenn ich ihm (und tatsaechlich ihm und nicht der Polizei ;-) nicht zweitausend Dollar geben wuerde. Angeblich sei auch das "being close to a dealer" strafbar... Boing! Gut zu wissen, dass man also auch nur beim ersten Anzeichen von Illegalem schleunigst verschwinden sollte!Gluecklicherweise war ich noch aus Kambodscha gewohnt, nur ein paar Dollar in der Tasche und keine Kreditkarten bei mir zu haben, der gute Polizist war aeusserst gruendlich, so konnte ich ihm erklaeren, dass ich umsonst bei Agape arbeiten wuerde und diese fuer meine Kosten aufkaehmen. Nach einigem hin und her lies er mich mit einer "Verwarnung" gehen - fuer eine Hand voll Dollar...
Aber davon abgesehen geht es mir hier sehr gut, Dar scheint mir beinahe eine weitere kambodschanische Provinz zu sein, waeren die Menschen nur ganz offensichtlich keine Kambodschaner.Die Leute von Agape traf ich gestern bei meiner Ankunft bereits, werde morgen aber wohl offiziell dort anfangen. Ich kann also noch nicht viel zu meiner Arbeit hier sagen, mehr dazu beim naechsten Mal.In diesem Sinne macht es also gut daheim.
Gruesse in die Ferne, Tobi

Montag, 5. November 2007

Auf ein neues!

Wer hätte noch vor einem Jahr gedacht, ich würde so bald nach Kambodscha, Vietnam und dann auch noch Ostafrika kommen? Und auch wenn ich meinen Reiseführer gelesen, die Sprache ein wenig gelernt und hoffendlich alle Impfungen bekommen habe, so überkommt mich dennoch mal wieder ein seltsames Gefühl der Unsicherheit und des schmerzlichen Abschieds.
Ich hoffe mal, das mag nur an all euren schaurigen Geschichten liegen, die ihr mir erzählt habt.
Dabei gilt Tansania als eines der sichersten Länder Afrikas. Also beklagen wir uns mal nicht, bevor mir nicht wenigstens das erste mal mein Reisepass geklaut worden ist! Die Wettbüros sind geöffnet. ;-)
Und dann ist da auch wieder der Gedanke, alle Leute hier zurück zu lassen. Geplant sind 12 Wochen, vielleicht ein paar mehr. Wie schlimm kann das da schon werden? Und damit ihr mich nicht zusehr vermisst, habe ich ja mal wieder einen hübschen Blog eingerichtet. Vielleicht schreibt ihr mir auch alle mal eure Adressen (hier?) auf, damit ich versuchen kann, die eine oder andere Postkarte zu versenden. An mein Emailkonto lieber nicht zu viel senden, sonst quillt mein Postfach wieder über. (Angesprochene Personen wissen, wer gemeint ist!)
Ich hoffe, das Postbüro in Dar wird ein wenig zuverlässiger sein, als jener wilder Postkasten Phnom Penhs...
Nun heißt es aber Koffer packen und ins Flugzeug schwingen. Drei Monate sind ja bekanntlich sehr schnell um, besonders, wenn man sich das Land anschauen möchte. Bleibt nur zu hoffen, dass die Arbeit nicht ebenso unbefriedigend ausfallen wird wie zuvor. Aber auch das hatte ja den Nutzen, mehr Zeit für Land und Leute zu haben.
Ihr werdet es ja lesen können.
Bis bald,
Tobi